„JOSEPHINE“ ALIAS MARITA FREHSE

Josephine – im Schlagerduo der weibliche Teil

Die Umstände, unter denen Marita Frehse aufwuchs, waren alles andere als förderlich für eine musikalische Karriere. Ihre Großmutter musste mit Ihrer Mutter, die gerade 7 Jahre alt war, 1945 von Stettin nach Altentreptow fliehen und sie konnten nichts weiter als ihr nacktes Leben retten. So wurde Marita in sehr bescheidene Verhältnisse hinein geboren. An eine musikalische Ausbildung war damals nicht zu denken. In den ersten vier Lebensjahren wurde sie von ihrer Oma groß gezogen, die auch ihr Talent weckte. „Sie hat jeden Tag mit mir gesungen und bald kannte ich alle Lieder, die meine Großmutter in ihrer Jugend gelernt hatte. Meine absoluten Lieblingslieder waren damals „Ich liebte einst“, „ Am Brunnen vor dem Tore“, „Sah ein Knab ein Röslein stehn“.

Kindheit

Eines Tages verkündete die 3jährige Marita ihrer Mutter, dass sie Sängerin werden würde. „Für mich war immer klar, dass ich eine Sängerin bin und dass ich auf einer Bühne stehen werde. Dieser Wunsch hat sich durch mein Leben gezogen“, erinnert sie sich heute.

 

Mit 8 Jahren bekam Marita von einer Freundin ein Banjo geschenkt – ihr erstes eigenes Instrument und eine hervorragende Gelegenheit, sich musikalisch weiter zu entwickeln. Fortan konnte sie darauf herum klimpern und ihre eigenen Texte trällern. „Alles, was einem auf der Seele brannte, habe ich in die Lieder einfließen lassen. Auf diese Weise habe ich meine Erlebnisse und Emotionen verarbeitet. Das ist auch heute noch so. Wenn ich ein Problem habe, dann kann ich das in meinen Liedern verarbeiten“, erzählt Marita.

 

In der Schule fiel Marita durch ihr Talent beim Dichten und Rezitieren und durch ihr Engagement bei Pioniernachmittagen und im Hort auf. Deswegen wurde über ihren Kopf hinweg entschieden, dass sie Lehrerin werden sollte. „Man wurde damals von höheren Instanzen gelenkt und geleitet. Deswegen studierte ich schließlich Pädagogik in Templin.“

Tanzmusikband

Mit 23 Jahren kehrte Marita schließlich zu ihrem ursprünglichen Plan zurück. Ein Freund aus Templin suchte eine Sängerin für seine Band – und so absolvierte Marita 1979 ihren ersten öffentlichen Auftritt bei einem Betriebsfest. Damals sang sie Titel von Juliane Werding, wie zum Beispiel „Oh Mann, oh Mann, wo hat der Mann nur seine Augen“ oder Katja Ebstein „Es war einmal ein Jäger“. Das war nun endlich das, was sie immer machen wollte – auf der Bühne stehen. „Als man mir nach diesem Auftritt auch noch 40 Mark zusteckte, war ich sehr erstaunt darüber, dass man mit Dingen, die einem Spaß machen, auch noch Geld verdienen kann.“

 

Im Jahr 1981 erhielt Marita dann die „offizielle“ Genehmigung für eine Tätigkeit als Sängerin durch die Einstufung des „Kreiskabinetts für Kulturarbeit Templin“ mit dem Prädikat „Oberstufe“. Genau wie ihre Bandkollegen musste sie diesen Ausweis bei öffentlichen Auftritten immer bei sich tragen, um sich bei einer Kontrolle legitimieren zu können.

 

Nebenbei brachte sich Marita mit Hilfe von Kollegen das Keyboard-Spielen bei. Heute ist sie froh darüber, dass sie sich diese Mühe gemacht hat, denn das Instrument ist im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Hilfsmittel beim Komponieren neuer Lieder geworden. Bis heute hat Marita mehr als 60 Titel selbst getextet und komponiert.

 

Im Jahr 1992 lernte Marita schließlich bei einer Bandprobe „Jo“ alias Klaus Röse kennen.   Die beiden waren fortan ein unzertrennliches Paar – nicht nur privat, sondern auch beruflich. „Ich bin sehr froh darüber, dass mein Jo mich dahin gebracht hat, dass ich heute meine eigenen Texte mit ihm als Schlagerduo auf der Bühne singen kann, dass wir jetzt unser eigenes „Ding“ machen können und uns niemand vorschreiben kann, was wir machen sollen“, sagt Marita.

Ab 1999 Schlagerduo Jo & Josephine

Das Schlagerduo „Jo & Josephine“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Publikum zu unterhalten und aufzumuntern. „Die Leute wünschen sich heute oft ein Gefühl von Unbeschwertheit, das sie im normalen Alltag zu wenig haben. Wir möchten, dass sie ihre Sorgen für ein oder zwei Stunden vergessen und einfach glücklich sind. Das können sie bei unseren Liedern.“

 

Während ihres Studiums und durch ihre Arbeit als Musiklehrerin hat Marita gelernt, wie man abwechslungsreiche Kulturprogramme zu einem bestimmten Thema entwickelt. „Das ist auch eine unserer Stärken: wir fahren nicht eingleisig, sondern wir versuchen immer, uns im Programm auf das Publikum einzustellen.

 

Begonnen haben die beiden Musiker mit einem Kindercountry-Programm. In der „Reise in den Wilden Westen“ spielte auch das rote Pferd „Johnny“ eine wichtige Rolle. Danach folgte das maritime Kinderprogramm „Die Seefahrt“.

 

Mittlerweile produziert das Schlagerduo „Jo & Josephine“ hauptsächlich norddeutsche Schlager für Erwachsene. Dabei werden sie hin und wieder auch von Maritas Tochter Melanie unterstützt. Marita freut sich sehr darüber, dass Melanie ihr Talent und ihre Begeisterung für die Musik teilt. „Sie hat schon als Kleinkind Melodien genau gesungen und sich Texte merken können. Ich habe sie zum Keyboard spielen gebracht und das hat auch gefruchtet. Wir sind eben eine durch und durch musikalische Familie.“